Die Zirbe: „Königin der Alpen“

Zirbenholz wird seit Jahrhunderten von Menschen aufgrund seiner positiven Eigenschaften geschätzt. Ihren angenehmen Duft holte man sich immer gerne ins Haus, als Möbelstück, Wandtäfelung oder Schnitzerei. In den Alpen wurden sogar ganze Almhütten aus Zirbenholz gebaut. Wir erklären dir, was hinter dieser besonderen Holzart steckt.

Die Zirbe – eine ganz besondere Kiefernart

Die Zirbe, auch Arve oder Zirbel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kieferngewächse. Beheimatet ist sie in den Zentralalpen von Frankreich bis Slowenien. Dort wächst sie optimalerweise in einer Höhe von 2.000 Metern. Zirben werden bis zu 25-30m hoch und wachsen von allen Nadelhölzern am langsamsten. Sie sind sehr widerstandsfähig und häufig durch Wind und Wetter gekennzeichnet und können teilweise über 800 Jahre alt werden. In Österreich sind sogar noch ältere Bäume vorgefunden worden.

Was kennzeichnet die Zirbe?

Die Zirbe gilt als die leichteste Nadelholzart in den Alpen. Das leichte und weiche Holz eignet sich gut zum Schnitzen und lässt sich gut bearbeiten. Bei Trocknung neigt es kaum zu Rissbildung und Verdrehung. Charakteristisch ist der gelbrötliche Ton und eine lebhafte Maserung. Zirbenholz weist aufgrund des hohen Gehaltes an Holzinhaltsstoffen einen angenehmen süß waldigen Harzduft auf, den man noch Jahrzehnte wahrnehmen kann.

Wozu wird die Zirbe verwendet?

Schon seit Jahrhunderten fand Zirbenholz für Möbel, Wandverkleidungen und Schnitzereien Verwendung. Sogar ganze Zirbenstuben wurden und werden daraus gefertigt. Seit einigen Jahren erfährt die Zirbe eine “Renaissance” und ist fast überall zu finden: in Wohn- und Schlafzimmern, in Kissenfüllungen oder als ätherisches Zirbenöl in Saunaaufgüssen, Massageölen und Raumerfrischern. Auch werden aus Zapfen und Samen Spirituosen, wie Zirbenlikör und Zirbenschnaps produziert.

Zirbe

Zirbe für zu Hause

Wie gesund ist die Zirbe?

Wer einmal eine Wanderung durch den Zirbenwald erlebt hat, der weiß um die besondere Wirkung. Meist wird Zirbenholz im Schlafzimmer für Betten oder auch Kissenfüllungen verwendet. Seit Generationen wird ihr eine positive Wirkung auf den Menschen nachgesagt. In einer Studie am Joanneum Research Institut in Weiz, wurde unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Maximilian Moser die Wirkung der Zirbe auf den Menschen erforscht. Die Ergebnisse dieser Studie waren nicht nur bemerkenswert, sondern haben auch dafür gesorgt, dass es in den letzten Jahren zu einem regelrechten Zirben-Revival kam. Leider wurden die Forschungsergebnisse der Studie, nie in einem wissenschaftlichen Journal publiziert und sind somit nicht offiziell. Wirtschaftlichen Unternehmen ist es daher nicht gestattet, Erkenntnisse aus der Studie zu zitieren. Du kannst dich jedoch selbst informieren. Nähere Details findest du unter dem folgenden Link:

http://humanresearch.at

Zudem hat Maximilian Moser in seinem Buch “Die Kraft der Zirbe” neue wissenschaftliche Erkenntnisse zusammengetragen und ermöglicht den Lesern damit einen Einblick in die Interaktion zwischen Mensch und Natur.

Ist die Nutzung von Zirbenholz nachhaltig?

Obwohl ein regelrechter Zirbenholz-Boom ausgebrochen ist, ist die Zirbe keinesfalls bedroht. Im Gegenteil, die Nutzung von Zirbenholz gilt als besonders nachhaltig. Die Zirbe pflanzt sich mithilfe eines Vogels, dem Tannenhäher, selbst fort. Ihre Samen werden von dem Vogel gesammelt und gehortet. Da er viel mehr hortet, als er zum Fressen benötigt und dabei teilweise die Verstecke vergisst, sorgt er so für die Anpflanzung junger Zirbenbäume.

Aktuell ist der Preis für Zirbenholz angestiegen, was dazu führt, dass Waldbesitzer gezielt neue Zirbenwälder als Investition pflanzen. Dabei achtet die Forstwirtschaft besonders auf Nachhaltigkeit und Nachwachsen der Zirbenschutzwälder. Derzeit wachsen in Österreich Zirbenbestände um ca. 13.000 Festmeter jährlich. Eine nachhaltige Ernte der Zirbe bedeutet keine Gefährdung, sondern vielmehr Pflege für den Zirbenbestand: so werden die Waldbestände verjüngt, was aus schutzfunktionalen Aspekten sinnvoll ist: die Wälder werden durch die Mischung von alten und jungen Waldflächen insgesamt widerstandsfähiger.

Tipp: Siegel, wie PEFC-zertifiziertes Zirbenholz garantieren nachhaltige Forstwirtschaft.

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