Weltweite Proteste gegen den Klimawandel

Fridays For Future und weltweite Proteste gegen den Klimawandel

Seit vielen Jahren besteht ein breiter wissenschaftlicher Konsens: Der vom Mensch gemachte Treibhauseffekt lässt sich heute nachweisen und die Folgen des Klimawandels sind bereits spürbar. Der Weltklimarat Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) stellt klar, dass der menschliche Einfluss auf das Klimasystem eindeutig ist. Eine globale Erwärmung um 2 °C bzw. neuerdings um 1,5 °C über dem vorindustriellen Wert, wird eine gefährliche Störung des Klimasystems mit sich bringen. Die schwerwiegenden Folgen werden starke Auswirkungen auf die Flora und Fauna unseres Planeten sowie für das Leben der Menschen haben. (Quelle: https://www.de-ipcc.de)

Einige Folgen des Klimawandels

  • Eisschmelze und Meeresspiegelanstieg
  • Erwärmung der Ozeane
  • Extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen, wie heftige Regenfälle, Überflutungen, Stürme,
  • Hitzewellen, Dürren und Waldbrände
  • Gefahren für die Tier- und Pflanzenwelt, Artensterben
  • Armut, Hunger und Flucht
  • Hoher Anstieg der ökonomischen Kosten

Den Klimawandel zu beschreiben ist kein leichtes Unterfangen, denn er ist nicht sichtbar. Dennoch ist er da. Die Hitze, Trockenheit und Dürre sorgte im Sommer 2018 z.B. dafür, dass Landwirte nicht genug ernten konnten und Futter für ihre Tiere dazu kaufen mussten, um sie weiterhin versorgen zu können. Die Trockenheit führte vielerorts zu lang anhaltenden Waldbränden. Im Jahr 2018 war das Thema so aktuell, wie noch nie, nicht zuletzt Dank der Schülerin Greta Thunberg und der globalen Fridays-for-Future-Bewegung. Die Aktivisten fordern von der Politik die Einhaltung der Klimaziele: den Kohleausstieg, den Umstieg auf erneuerbare Energien, die Einhaltung des 1,5-Grad Ziels und die Einführung einer CO2-Steuer. Mittlerweile protestieren Jung und Alt auf der Straße, denn das Klima geht alle etwas an.

Was sind die Ursachen für den Klimawandel?

Energiewirtschaft

Der große Energieverbrauch der Industriestaaten ist Hauptverursacher des hohen Kohlendioxid-Ausstoßes. Die Förderung und Verbrennung von Kohle, Erdgas und Erdöl schadet der Umwelt und setzt in großen Mengen Kohlendioxid und Stickoxide frei. Diese Ressourcen wachsen nicht nach und werden irgendwann aufgebraucht sein. Bei der Verbrennung werden Feinstaub und Schwermetalle freigesetzt, die über Luft, Nahrung und belastetes Trinkwasser den menschlichen Körper erreichen – mit erheblichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.

Verbrennung von Kohle

Kohle enthält viel Kohlenstoff, der bei der Verbrennung als CO2 freigesetzt wird und den Klimawandel anheizt.

Verkehr

Unsere Mobilität ist ein großer Verursacher von Treibhausgasen. Durch den Verkehr werden Schadstoffe wie Feinstaub, Stickstoffdioxid und Kohlenmonoxid in die Luft freigesetzt. Pkw und Lkw emittieren heute aufgrund von strengeren Vorschriften bezüglich Abgasschadstoffen und verbesserten Motorwirkungsgraden im Durchschnitt weniger Treibhausgase und Luftschadstoffe als noch 1995. Jedoch ist durch den zunehmenden Verkehr der Schadstoffausstoß wieder angestiegen. So hat der Pkw-Verkehr zwischen 1995 und 2018 um knapp 14 % zugenommen. Dabei ist Fliegen ist die klimaschädlichste Art der Mobilität. So verursacht ein Hin- und Rückflug von Deutschland auf die Malediven bei einer Entfernung von 2 x 8.000 km pro Person eine Klimawirkung von über fünf Tonnen CO2. Mit einem Mittelklassewagen kannst du dafür mehr als 25.000 km fahren (Quelle: Umweltbundesamt).

Das Abholzen der Wälder

Wälder mildern extreme Klimaverhältnisse, reinigen Luft, Wasser und verhindern Bodenerosion.Vor allem aber speichern sie Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff. Durch ihre Zerstörung wird zum einen CO2 freigesetzt, zum anderen wird der Wald selber als natürlicher CO2-Speicher vernichtet. Etwa ein Fünftel der gesamten jährlichen Treibhausgasemissionen entsteht durch Abholzung und Brandrodung. Immer häufiger müssen Urwälder der Rinderzucht oder dem Anbau von Soja für Tierfutter weichen. Alle 3 bis 4 Sekunden verschwindet eine Waldfläche in der Größe eines Fußballfelds. Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehr als die Hälfte der weltweiten Wälder bereits abgeholzt. Ein deutlicher Anstieg der Abholzung ist nach Angaben des WWF insbesondere im brasilianischen Amazonas zu verzeichnen. Die voranschreitende Abholzung des Regenwaldes trägt einen erheblichen Teil zur Erderwärmung bei und bedroht zudem zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.

Der Amazonas brennt

Der Amazonas brennt!

Die industrialisierte Landwirtschaft

Die heutige Landwirtschaft hat einen großen Einfluss auf den Klimawandel. Weltweit trägt sie laut Weltklimarat IPCC mit knapp einem Drittel der Treibhausgasemissionen zur Klimaerhitzung bei. Dabei sind drei hochwirksamen Treibhausgase wirksam: Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Durch die Rodung von Waldflächen für Ackerland, die Trockenlegung von Mooren und die Degradation von Böden, trägt die Landwirtschaft einen hohen Anteil am weltweiten CO2 Ausstoß. Eine Menge Methan und Lachgas entsteht beispielsweise bei der Düngung und Tierhaltung. Zudem werden durch den Einsatz von Pestiziden Böden und Gewässer vergiftet. Auch geht die Artenvielfalt zurück. Tier- und Pflanzenarten sterben aus, weil die industrielle Landwirtschaft zu immer monotoneren Landschaften und sterileren Feldern führt, in denen kaum wilde Tiere und Pflanzen leben können.

Weltmeere

Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Die Weltmeere haben einen wichtigen Einfluss auf das Klima. Wind- und Meeresströmungen gleichen die Temperatur im Meer aus, insbesondere durch den Golfstrom werden warmes Wasser aus den sonnigen Tropen in Richtung der kalten Pole der Erde transportiert. Die Meere leiden besonders am Klimawandel: Sie absorbieren einen großen Teil der globalen Erwärmung – und erwärmen sich stärker als Landmassen. Sie sind der bei weitem größte Speicher von CO2 auf unserem Planeten. Während der Photosynthese nehmen sie rund ein Drittel des ausgestoßenen Kohlendioxids auf und produzieren Schätzungen zufolge die Hälfte unseres Sauerstoffs.

Genau genommen ist es das Phytoplankton: Kieselalgen, Grünalgen, Dinoflagellaten oder Cyanobakterien. Seit 1950 hat sich die Planktonmenge Schätzungen zufolge um 40% reduziert. Dadurch kann weniger Kohlenstoffdioxid aufgenommen werden, es bildet sich Kohlensäure. Das führt zu einer Versauerung der Meere und dadurch zu Veränderungen der chemischen Zusammensetzung des Meerwassers. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden weiter ansteigende CO2-Konzentrationen, in zunehmenden Maße die marine Flora und Fauna beeinflussen und verschiedene Funktionen mariner Organismen (z.B. die Kalzifzierung) beeinträchtigen. Mit der Zerstörung des Phytoplankton schwindet zudem die Grundlage im marinen Nahrungsnetz und der niedrige PH-Wert greift z.B. die kalkige Schutzhülle von Muscheln an. Damit fallen sie nicht nur als Schadstofffilter, sondern auch als Nahrungsquelle für andere Lebewesen aus.

Was können wir tun, um den Klimawandel zu stoppen?

Die Zukunft ist nicht in eine bestimmte Bahn gegossen. Im Gegenteil, wir können das sechste große Massensterben in der Erdgeschichte auslösen oder eine blühende, langfristig tragfähige Zivilisation schaffen. Von nun an ist beides möglich“

Kim Stanley Robinson, US- amerikanischer Science-Fiction-Autor

Ökostrom aus Erneuerbaren Energien

Der Klimawandel kann nicht mehr vollkommen aufgehalten werden, aber wir können die Folgen noch deutlich abschwächen. Bis 2050 müssen wir den CO2-Ausstoß auf mindestens 2,5 Tonnen pro Kopf senken. Die Förderung von Kohle, Erdgas und Erdöl schadet der Umwelt und gilt als Hauptverursacher des hohen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes. Am wichtigsten ist es, so schnell wie möglich auf Ökostrom aus erneuerbaren Energien umzusteigen.

Wenn es um den Klimaschutz geht leisten die Erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag

Wenn es um den Klimaschutz geht leisten die Erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag

Ökologisch mobil sein

Auch können im Alltag kleine Verhaltensänderungen große Wirkung erzielen. Da Mobilität laut dem Umweltbundesamt zufolge der zweitgrößte CO2-Verursacher im Alltag, so ist es wichtig, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen oder gleich mit dem Fahrrad zu fahren. Der Flugverkehr wirkt sich im Vergleich zu anderen Transportmitteln am klimaschädlichsten aus, so dass es wichtig ist, ökologisch zu reisen, z.B. per Bus und Bahn.

Bewusste Ernährung

Auch kann jeder durch eine bewusste Ernährung einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Denn bei der Herstellung der Lebensmittel entstehen beim Anbau, Transport und Verarbeitung circa 45 % der Treibhausgase, außerdem auch durch den Energieverbrauch während der Lagerung und der Zubereitung. Dabei sind beinahe 70% der Emissionen auf tierische Produkte zurückzuführen, auf pflanzliche Produkte hingegen nur knapp ein Drittel. Die Fleischproduktion hat sich in den letzten 50 Jahren von 78 auf 308 Millionen Tonnen pro Jahr vervierfacht. Fleisch ist zur Billigware verkommen, darunter leiden nicht nur die Umwelt, sondern auch die Tiere und unsere Gesundheit.

Durch eine bewusste Ernährung können beträchtliche Mengen an Treibhausgasen gespart werden. Mit dem Kauf von regionalen und saisonalen Lebensmitteln fördern wir unsere Region und Landwirte. Das wirkt sich positiv auf den CO2-Ausstoß aus, da wir damit keine langen Transportwege, vor allem mit dem Frachtschiff oder Flugzeug unterstützen und dabei eine energieintensive Lagerung im Kühlhaus entfällt.

Klima-gesunde Ernährung bedeutet: Weniger Fleisch, weniger wegwerfen und Vorrang für saisonale und biologische Produkte aus der Region.

Wir müssen nicht von heute auf morgen unser komplettes Verhalten umstellen. Es reicht, wenn wir schrittweise anfangen und somit durch kleine Veränderungen unseren Beitrag leisten.

Mehr zum Thema Klimaschutz im ÖKO Planet-Magazin:

https://www.oeko-planet.com/magazin/zero-waste

https://www.oeko-planet.com/magazin/co2-fussabdruck

http://www.oeko-planet.com/magazin/sharing-economy

 

 

Bildquellen

  • Weltweite Proteste gegen den Klimawandel: https://www.istockphoto.com/Motortion
  • Kohleverbrennung heizt den Klimawandel an: https://www.istockphoto.com/Anagramm
  • Erneuerbare Energien für den Klimaschutz: https://www.istockphoto.com/loveguli
  • Klima-gesunde Ernährung: https://www.istockphoto.com/svetikd