Bärlauchsalz

Viele Wildkräuter sind eine Bereicherung für jede Küche und vielseitig verwendbar.

Superfoods wie Goji-Beeren, Moringa, Chia-Samen, Aronia oder Spirulinga-Algen liegen voll im Trend. Die kleinen Nährstoffbomben sollen besonders wohltuend für Körper und Gesundheit sein. Allerdings legen sie einen weiten Weg zurück, sind nicht naturbelassen und oft teuer. Dabei muss man für die Nährstoffbomben gar nicht tief in die Tasche greifen. Denn wir haben viele Superfoods vor unserer Haustür, auf heimischen Wiesen, Feldern und in Wäldern. Viele dieser Pflanzen sind eine wertvolle Bereicherung in der Küche und für unsere Gesundheit. Unsere Wildkräuter sind vitaminreich, biologisch, regional, unverpackt und kostenlos. Aus ihnen lassen sich z.B. Salate, Pesto, Tees, Brotaufstriche, Smoothies und vieles mehr herstellen.

Kleiner Kräuterführer

Bärlauch

Bärlauch gibt es von Mitte März bis Mitte Mai in feuchten Waldgebieten, Gärten oder Wiesen. Blätter und Zwiebeln können mit jenen der Maiglöckchen und der Herbstzeitlose verwechselt werden. Du erkennst Bärlauch am knoblauchähnlichen Geruch. Im Garten wird Bärlauch an einem schattigen Platz angesiedelt, die Pflanze mag eine feuchte Umgebung und vermehrt sich von selbst, wenn sie sich an den Standort gewöhnt hat. Die Blätter werden frisch als Salat oder Suppe zubereitet. Die Zwiebel wird wie Knoblauch verwendet. Bärlauch ist eine der Eisenpflanzen und besonders geeignet für Menschen, bei denen die Eisenaufnahme im Körper gestört ist, beziehungsweise für diejenigen, die an einem Eisenmangel leiden. Die Blätter und Zwiebeln sind zudem eine Heilnahrung bei Arterienverkalkung, aber auch bei Magen- und Darmkatarrh und Bronchitis. Mit seiner entgiftenden Wirkung hilft Bärlauch, chronische Hautleiden zu verbessern, unterstützt die Verdauung und wirkt blutdrucksenkend. Bärlauch lässt sich beispielsweise zu Bärlauch-Essig, Bärlauch-Öl, Bärlauch-Butter und Bärlauch-Aufstrich verarbeiten.
Eigenschaften: reinigend, harntreibend, Blutdrucksenkend, antiseptisch.

Bärlauchpesto

Bärlauchpesto zählt zu einem der beliebtestes Wildkräuterpestos.

Giersch

Wächst von März bis August bei feuchten Gebüschen, oft in Auwäldern und an den Rändern von Blechen und Flüssen. Giersch wird immer wieder mit giftigen Doldenblütlern verwechselt, vor dem Sammeln solltest du ihn genau bestimmen können. Frage zur Sicherheit zuerst Fachleute. Seine heilsamen Inhaltsstoffe können gegen Gicht, Krampfadern, Husten und Rheuma helfen. Zudem enthält Giersch viele Mineralien und ist sehr reichhaltig an Vitamin C. Die Blätter lassen sich zum Beispiel zu Suppen, Saucen oder Salaten verarbeiten.
Eigenschaften: entgiftend, blutreinigend, harnsäuretreibend

Löwenzahn

Löwenzahn wächst fast das ganze Jahr, auf Weiden, Wiesen und in Gärten. Die frischen Blätter sind reich an Vitamin A und C und ergeben einen bitterem Salat. Gekocht werden die Blätter, wie Spinat zubereitet und schmecken auch ähnlich. Löwenzahn wirkt belebend auf alle Körperfunktionen, bringt den ganzen Organismus in Schwung und wird als Verjüngungsmittel für Bindegewebe, Leber und Niere verwendet. Aus den gelben Blüten lässt sich z.B. Tee, Saft oder ein Löwenzahnlikör herstellen.
Eigenschaften: gallenflussfördernd, nierenanregend, leberstärkend, stoffwechselanregend, antirheumatisch

Gundermann / Gundelrebe

der typische Frühblüher blüht zwischen April und Juli und wächst überall auf Wiesen, Feldrändern, entlang von Gebüschen und in lichten Wäldern entlang der Wege. Er ist besonders reich an Vitamin C und kann sowohl als Gewürzkraut als auch als Heilkraut verwendet werden, wie zum Beispiel bei Blasen- und Nierenerkrankungen, Schnupfen und Husten. Die jungen Blätter haben einen leicht bitterem Geschmack und eignen sich in der Wildgemüse-Küche als Gewürzkraut in Salaten, Suppen, Gemüse oder Kräuterbutter.
Eigenschaften: schleimlösend, harnsäurelösend, lungenwirksam, magenwirksam.

Sauerampfer

Von April bis November kann man ihn auf feuchten Wiesen, an Grabenrändern, Gebüschen und auf feuchten Waldlichtungen ernten. Sauerampfer kann als Würzkraut vielen Speisen einen besonderen Geschmack verleihen. Sauerampfer füllt die Vitamin- und Enzymspeicher auf und wird z.B. bei Appetitlosigkeit und zur Blutreinigung verwendet. Außerdem kommt er bei Hautkrankheiten oder Entzündungen der Mundschleimhaut zum Einsatz. Frischer Sauerampfer verfügt über einen hohen Oxalsäure-Gehalt und sollte nur in geringen Mengen verzehrt werden, Rheumakranke oder Menschen mit Herz- oder Nierenschäden sollten auf die eine Anwendung von frischem Sauerampfer verzichten.
Eigenschaften: appetitfördernd, harntreibend, blutreinigend, leberstärkend.

Brennessel

Die beste Sammelzeit der jungen Blätter ist im Zeitraum von März bis Oktober. Brennnessel findest du beinahe überall an sonnigen bis halb schattigen Plätzen, beispielsweise in der Nähe von Ödland und an Grabenrändern. Die Brennnessel ist reich an Calcium, Magnesium, Eisen, Vitamin C und Provitamin A. In der Küche dient sie als eine reichhaltige Eiweißquelle. Besonders konzentriert kommen die Proteine in den Samen vor und können Ppulver verarbeitet werden. Als Heilpflanze wird sie gegen Blutarmut und Eisenmangel angewendet und dient als Vitalisierungsmittel für Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen, Darm und Galle. Eine Brenessel-Essenz aus fein gehackten Wurzeln stärkt Haare und Haarwurzeln und kann bei Haarausfall helfen.
Eigenschaften: blutbildend, stoffwechselanregend, durchfallhemmend, blutdrucksenkend, schleimlösend, wassertreibend, blutreinigend, cholesterinsenkend

Vogelmiere

Vogelmiere wächst an Wegrändern, im Wald, in Weinbergen, auf Feldrainen, fast überall ist sie zu finden. Die beste Sammelzeit ist im Frühling. Du kannst sie, wie Spinat kochen, im Salat verwenden und in Kräuterquark oder Butter mischen. Sie schmeckt mild und eignet sich besonders gut als Eisenlieferant. Zudem enthält sie viel Vitamin C, Kalium und Calcium. Sie wird zur Bluterneuerung verwendet und kann bei Nieren- und bei Blasenleiden helfen. Auch unterstützt sie Diäten, hilft bei einer Schlankheitskur und reinigt innerlich. Sie wird zudem zur Behandlung von Hauterkrankungen, die stark jucken oder brennen eingesetzt, zum Beispiel in Form von Kompressen, Salben oder Öl.
Eigenschaften: Hustenstillend, harntreibend, antiviral, heilend, schleimlösend

Sammeln von Kräutern

Gehe beim Sammeln von Wildkräutern keinesfalls ein Risiko ein, wenn du nicht genau weißt um was es sich handelt. Wenn du mehr zu diesem Thema wissen möchtest, dann ist es empfehlenswert mal an einer Wild-Kräuterwanderung teilzunehmen.

Ernte nur die Pflanzen, die du wirklich kennst.

Ernte nur die Pflanzen, die du wirklich kennst.

  • Pflücke nur gesunde Pflanzen, frische Blätter und volle Blüten
  • Betrete keine landwirtschaftlich genutzten Flächen und frage vor dem Sammeln den Grundbesitzer
  • Pflücke nicht an verstaubten, verrußten Wegen oder auf frisch gedüngten Feldern
  • Reiße die Pflanzen nicht mit der Wurzel aus, sondern schneide sie ab, lasse auch immer einen letzten Rest aus
  • Sammle Blüten und Blätter zur jeweiligen Blütezeit
  • Pflücke am besten an einem Vormittag und bei gutem Wetter, wenn der Tau abgetrocknet is

Trocknen und aufbewahren

Generell gilt: Je kürzer die Trockenzeit, desto besser sind Aroma und Wirkung.

  • Zum Trocknen ist ein staubfreier, luftiger Raum geeignet, zarte Pflanzen solltest du nicht an der Sonne oder im warmen Ofen trocknen.
  • Zuerst werden die Pflanzen von Fremdkörpern befreit, dann auf einen Brett, einem Tuch oder Papier ausgebreitet und von Zeit zu Zeit gewendet.
  • Die Pflanzen sollen gut trocken aber nicht dürr sein damit sie nicht zerbröseln. Die angetrockneten Kräuter kannst du klein schneiden, so ist es oft praktischer in der Handhabung.
  • Pflanzen, die von Natur auch schon ziemlich trocken sind, kannst du zu kleinen Bündeln zusammenbinden oder in einem Säckchen aus luftdurchlässigem Gewebe aufhängen.
  • Die trockenen Kräuter kannst du in einem lichtgeschützten und luftdichten Behälter geben.

Viel Freude beim Zusammenstellen von Kräutermischungen, nicht nur für die Küche sondern auch für medizinische Zwecke. Das Wichtigste dabei ist, sich stets über die Wirkungen und Bestandteile zu informieren. Nur dann kannst du unbesorgt mit den Kräutern experimentieren und Freude daran haben. Die Kräutermischungen sind keinesfalls ein Ersatz für Medikamente, die man wirklich benötigt. Im Krankheitsfall solltest du unbedingt einen Arzt konsultieren.

Bildquellen

  • Bärlauchsalz: Bild von RitaE auf Pixabay
  • Bärlauchpesto: Bild von RitaE auf Pixabay
  • Bärlauch: Bild von Marion Wellmann auf Pixabay