Unverpackt einkaufen

Unverpackt einkaufen

Niemand will ihn und dennoch wird er immer größer: der Verpackungsmüllberg. Trotz der vielen Diskussionen um Umwelt und Nachhaltigkeit steigt die Zahl von Verpackungsmüll immer weiter an. Im Supermarkt werden selbst lose Waren, wie Obst und Gemüse in Plastik verpackt. Theoretisch könnte der Verpackungsmüll recycelt werden, doch der überwiegende Teil von Plastik- und Verbundverpackungen landet in der Müllverbrennung. So wundert es nicht, dass die „unverpackt“ Konzepte in aller Munde sind.

Wir produzieren viel zu viel Verpackungsmüll!

Nach Zahlen des Umweltbundesamts haben die Deutschen zuletzt so viel Verpackungsmüll wie noch nie produziert. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Wir produzieren viel zu viel Verpackungsmüll – ein trauriger Spitzenplatz in Europa. Das ist schlecht für die Umwelt und für den Rohstoffverbrauch. Zunächst müssen wir das Recycling und den Rezyklateinsatz weiter stärken, um Ressourcen zu schonen. Und vor allem müssen wir Müll vermeiden, auch schon in der Produktionsphase durch den Verzicht auf unnötige und unnötig materialintensive Verpackungen. Außerdem sollten Mehrwegsysteme gestärkt werden, die klare ökologische Vorteile gegenüber Einwegverpackungen haben.“
Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/verpackungsverbrauch-in-deutschland-weiterhin-sehr

In konventionellen Supermärkten gibt es kaum noch die Wahl

In konventionellen Supermärkten hat der Verbraucher leider kaum noch die Wahl zwischen vorverpackten und losen Waren. Für den Handel bieten Verpackungen logistische Vorteile beim Transport und Lagerung. Auch ist der Bezahlvorgang an den Kassen schneller, da die Einkäufe nicht gewogen werden müssen. Verpackungen machen das Geschäft effizienter und daher vermeintlich sogar günstiger als ohne Verpackungen. Weiterhin begründet der Handel den Einsatz von Verpackungen mit Hygiene, Frische und Schutz der Produkte. Das mag für einige wenige Produkte nachvollziehbar sein, eine Vielzahl der Produkte kommt hingegen gut ohne Verpackung aus.

Der Preis ist ein zunehmender Verpackungsmüllberg, denn der Großteil der Verpackung landet nach einmaligem Gebrauch im Müll.

Quelle: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/ressourcenschonung/einzelhandel-und-umwelt/nachhaltigkeit/19107.html

Immer mehr Menschen sind fest davon überzeugt, dass verpackungsfreies Einkaufen für die Umwelt und unsere Gesellschaft zukunftsweisend ist.

Unverpackt einkaufen

In einem Unverpackt-Laden kannst du nachhaltig einkaufen: Die meisten Produkte sind plastikfrei, regional, saisonal und biologisch. Fast ein wenig, wie in einem Tante-Emma-Laden, findest du dort Obst, Gemüse, Reis und Nudeln, Getränke, Reinigungs- und Pflegeprodukte. Für einen Einkauf solltest du dir vorher überlegen, was du benötigst und welche Verpackung du von zu Hause mitbringst. Dies können Stoffbeutel, Gemüsenetze, Staubgläser, Dosen und Papierbeutel sein. Vor dem Einkauf wird die Verpackung abgewogen und das Gewicht deiner Behälter später an der Kasse abgezogen.

Mittlerweile ist vielen Städten ein verpackungsfreies Einkaufen möglich. In größeren Städten gibt es häufig mehrere Unverpackt-Läden, aber auch in kleineren Städten erfreut sich der Trend der Müllvermeidung inzwischen immer größerer Beliebtheit.

Mit der bundesweiten Ladenliste vom Verband der Unverpackt-Läden, erfährst du ob es in deiner Nähe bereits einen Unverpackt-Laden gibt oder ob einer in Planung ist:

https://unverpackt-verband.de/map

Bringe deine eigenen Behälter und Beutel mit

Bringe deine eigenen Behälter und Beutel mit

Tipps, wie du beim Einkaufen Verpackungen vermeiden kannst

  • Schaue bei einem Unverpackt-Laden oder auf einen Wochenmarkt vorbei und probiere es aus, ob das Konzept zu deinen Einkaufsgewohnheiten passt.
  • Bringe deine eigenen Behälter und Beutel mit, im Supermarkt als auch beim Bäcker.
  • Bevorzuge lose Ware
  • Bevorzuge den Kauf von Mehrweg-Behältern, die du einfach spülen und wieder verwenden kannst

Willst du mehr über Müllvermeidung erfahren? Schau dir diese Artikel in unserem Online-Magazin an:
Problem (Mikro-)Plastik:  Welche plastikfreien Alternativen gibt es?
“Fast Fashion” und Wege zu nachhaltiger Mode
Coffee-to-go: Mehrweg statt Einweg!
Sharing Economy: Teilen statt kaufen
ZERO WASTE – Tipps wie du im Alltag Müll vermeidest

Bildquellen

  • Unverpackt einkaufen: Photo by Jasmin Brunner on Unsplash
  • verpackungsfrei-einkaufen-min: Photo by Markus Spiske on Unsplash